Bayrische Eigenarten vom Dialekt bis zum Weißbier

Ähnlich wie über die Sachsen im äußersten Osten Deutschland wird oft genug ein wenig schelmisch über die Bayern gesprochen, ja gelästert und das liegt beileibe nicht nur am rollenden, knackigen Dialekt. Gerade die seit Jahrhunderten und in der Regel auch häufig christlichen Traditionen, etwa bei den Passionsspielen samt Christus am Kreuz in Oberammergau, sind berühmt, auch wenn sich mancher gerade Norddeutsche angesichts solcher Spektakel skeptisch nach dem Sinn fragen mag. Die Bayern hingegen nehmen dergleichen als ihre Spezialität, als ihr uriges, fest mit der Scholle zwischen Frankenland und Alpen verwachsenes Dasein und interessanterweise ist die recht konservative Haltung überhaupt kein Problem für enormen wirtschaftlichen Erfolg. Die größten Konzerne des Landes finden sich im Freistaat und München gilt als eine extrem lebenswerte, wenn auch sehr teure Metropole.

Stolz und katholisch

Deutschland ist und bleibt das Land der Reformation. Während im Norden, Osten und auch in den westlichen Bundesländern in erster Linie der christliche Protestantismus vorherrscht, sind die Bayern stolze Katholiken geblieben. Mit mehr als 80 Prozent Anteil hat dieser Teil des christlichen Glaubens hier tiefe Wurzeln geschlagen, wobei es auch im Freistaat mit Oberbayern und der Oberpfalz noch einmal besonders stark katholisch geprägte Landstriche gibt. Bekanntlich war Augsburg ein Zentrum der Protestanten und so finden sich im nördlichen Bayern auch andere Konfessionen.

Weltstadt mit dörflichem Charakter: Obwohl München als Kapitale des Landes Hochtechnologie, internationalen Kulturaustausch, jede Menge Prominenz, Luxusgeschäfte im Überfluss und eine glanzvolle Fußballmannschaft zu bieten hat, bezeichnen manche die Stadt an der Isar und am Fuße der Alpen immer noch als recht großes Dorf. Dieser eigenartige Charakter wird sicher durch urige, robuste Gastronomie wie im Bürgerbräukeller noch unterstrichen und so finden Besucher in München an jeder Ecke auch ein gemütliches Plätzchen zum Plausch und zur Entspannung.

Traditionen und Bräuche werden bewahrt und gepflegt in Bayern, die Einheimischen bezeichnen sich sogar mehr ihrer Region zugehörig als zu Deutschland und das liegt an der langen Geschichte, auch wenn ethnologisch sicher eine Verwandtschaft zu den Österreichern vorliegt. Allerdings halten sich die Bayern für die Urahnen in dieser Region, was gerade durch den bekannten Dialekt bewiesen ist.

Sprache, Speisen, FC Bayern

Der Dialekt ist es dann auch, der den Bayern gemeinhin kenntlich macht und auch wenn darüber Witze kursieren, so sind die Bewohner des Freistaats sehr stolz und verweisen gern auf ihre Herkunft. Kein Vergleich also zum erwähnten Sachsen etwa, wo sich die Leute ob ihrer Sprache gerne verleugnen und schämen – dergleichen würde es in Bayern niemals geben! Freilich muss man die einzelnen Dialekte auch teilen, die Einheimischen sprechen nicht überall gleich, es gibt sehr wohl hörbare regionale Unterschiede hinsichtlich Wortschatz oder Satzbau.

Auch schlemmen lässt sich wunderbar in Bayern. Die Weißwurst, Haxen, Leberkäs, dazu das vegetarische Schwammerl, die Kaasnocken und süßen Krapfen, das sind nur einige lokale Spezialitäten. Bei den Getränken ist natürlich das Weißbier bekannt, es gibt aber auch unzählige selbstgebrannte Schnäpse, leckere Weine aus dem Frankenland und vieles mehr, was Magen und Seele begeistert.

Und der FC Bayern? Ist der ganze Stolz des Landes und der Stadt München, schließlich zählt die Startruppe zu Europas besten Mannschaften und gewann bereits mehrmals die Champions League, scheint die Deutsche Meisterschaft und den Pokal quasi abonniert zu haben und aus diesen Gründen sind die Heimspiele des Teams in der Münchner Allianz Arena immer und schon lange im Vorfeld restlos ausverkauft.